Orgelbau Thomas Wälti

Ponderano (BI) Italien - Kirche von S. Lorenzo

Erbaut 1858
Erbauer Amedeo Ramasco
Restaurierung 2008
2 Manuale, 22 Register

Disposition:

I. Manual C-a'''
Principale 8' bassi
Principale 8' soprani
Principale secondo 8' b. c-cs’
Principale secondo 8' s. ab d’
Ottava bassi 4’
Ottava soprani 4’
Decima quinta 2’
Decima nona 1 1/3’ teilweise neu
Vigesima seconda 1’ teilweise neu
Vigesima sesta 2/3’ teilweise neu
Vigesima nona 1/2’ teilweise neu
Trigesima terza 1/3’ neu, Rekonstruktion
Trigesima sesta 1/4’ neu, Rekonstruktion
Contrabassi e ottave 16' + 8' Umfang C - ds

Campanelli ab d’ Rekonstruktion der Schalenglocken
Voce umana ab d’ schwebend gestimmt
Corno inglese soprani 16’ neu, Rekonstruktion
Fagotto bassi 8’ neu, Rekonstruktion
Tromba soprani 8’ neu, Rekonstruktion
Viola bassi 4’
Flauto traverso ab d’, überblasend
Flauto in ottava bassi 4’
Flauto in ottava soprani 4’
Cornetto in quinta 2 2/3’ teilweise neue Pfeifen
Ottavino soprani 2’ab g’’ neu
Cornetto in terza 1 3/5’ neu, Rekonstruktion
Timpani Pedal für alle Töne 2 Pfeifen
Terza mano nei soprani Oktavkoppel, neue Mechanik

Feste Kombination für Ripieno
Freie Kombination

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Die Orgel ist 1858 von Amadeo Ramasco erbaut worden. Der regional bekannte und tüchtige Orgelbauer stammte aus Andorno bei Biella. Vor allem im nördlichen Piemont baute er in seinem arbeitsreichen Leben über 73 neue Instrumente. Seine Werke zeichnen sich durch eine ausgereifte technische Konstruktion aus. Er baute ausschliesslich die bewährten Springladen in ausgezeichneter Qualität unter Verwendung von hochwertigem Nussbaubaumholz.

Leider ist dieses Instrument vor Veränderungen nicht verschont geblieben; das Werk ist 1940 tiefgreifend umgebaut worden. Die Disposition wurde geändert und die Register neu auf zwei Manuale verteilt. Die farbigen „Konzert Register“ wurden zu Gunsten von Streichern und einer labialen Klarinette geopfert. Die originale Spielanlage mit den mechanischen Trakturen wurde eliminiert und durch einen neuen pneumatischen Spieltisch ersetzt. Damit die Register für ein zusätzliches Manual untergebracht werden konnten, wurde das Gehäuse seitlich verbreitert. Wegen den Einbau einer neuen Rosette in der Westwand über der Orgel sind weitere eingreifende Gehäuseänderungen entstanden.
Wegen der schlechten Funktionalität der Orgel erfolgte 1992 ein erneuter gravierender Eingriff. Eine unsachgemässe Revision verschlechterte das Instrument so, dass in der Folge die Orgel unspielbar war.
Die Gemeinde entschloss sich 2005 das Werk durch unsere Firma restaurieren zu lassen. Die Gehäuseveränderungen von 1940 und die Rosette wurden auf Empfehlung des Experten und der Denkmalpflege belassen. Das Werk sollte aber wieder in die ursprüngliche Situation zurückgeführt werden. Das bedingte für die Rekonstruktion umfangreiche Studien an den noch erhaltenen Ramasco Orgeln. Wir haben den gesamten Spieltisch mit der Registerstaffelei, der freien und festen Kombination nach der Tradition Ramasco’s originalgetreu nachgebaut. Ebenso haben wir die Wellenbretter, die Spiel- und Registertrakturen und die traditionelle Oktavkoppel (terza mana) nach entsprechenden Vorbildern wieder hergestellt.

Die Disposition orientiert sich an der traditionellen italienischen Orgel mit den klassischen Ripieno-Registern. Anderseits finden wir eine breite Palette von sogenannten „registri dei concerti“ wie ein 4’ Streicher in der Basslage, die Traversflöte 8’ im Diskant, ein Englischhorn 16’ (Diskant), Fagott und Trompete 8’, sowie weitere Flöten und Kornette um auch die damals übliche Musik der italienischen Oper spielen zu können. Eine Besonderheit sind die Timpani; für jede Pedaltaste sind zwei 8’ Pfeifen in einer kleinen Sekunde gestimmt.
Da beim Umbau von 1940 alle alten Pfeifen um einen Ton verschoben wurden und die Pfeifenkörper entsprechend verkürzt worden sind, mussten sämtliche noch vorhanden Pfeifen wieder angelängt werden. Die fehlenden Register und ein Glockenspiel haben wir nach rekonstruierten Mensuren wieder nachgebaut.

 

 

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