Orgelbau Thomas Wälti

Wohlen / BE

Erbaut 2006
2 Manuale, 31 Register

Hauptwerk C - g'''
Bourdon 16'
Principal 8'
Rohrflöte 8'
Flûte harmonique 8'
Hohlflöte 4'
Nasard 2 2/3'
Octave 2'
Mixtur 2'
Zimbel 1'
Trompete 8'
Glockenspiel
Schwellwerk C - g'''
Suavial 8'
Gedackt 8'
Gambe 8'
Voix céleste 8'
Principal 4'
Traversflöte 4'
Flageolet 2'
Quinte 2 2/3'
Terz 1 3/5'
Plein jeu 1 1/3'
Trompette harm. 8'
Schalmei 8'
Clairon 4'
Tremulant
Pedal
Principalbass 16'
Subbass 16'
Octavbass 8'
Cello 8'
Choralbass 4'
Fagott 16'
Trompete 8'

Normalkoppeln

Ausführliche Disposition als pdf-Dokument

Orgelgeschichte
Für die neue Orgel konnte das Gehäuse und ein Anteil der Pfeifen aus dem vorherigen Instrument wiederverwendet werden. Die ältesten Gehäuseteile stammen aus dem Jahr 1783 von dem bekannten Orgelbauer Joseph Anton Moser in Freiburg. Die Orgel haben wir um einen Meter weiter nach vorne versetzt. Zwischen der Westwand und dem Instrument besteht jetzt ein Zwischenraum, der zu Wartungszwecken genutzt werden kann. Dadurch erreichen wir ein besseres Klima im Orgelinnern. Durch die vorgerückte Position klingt die Orgel im Kirchenraum klarer und kommt visuell besser zur Geltung. Im vorderen Bereich des Orgelgehäuses haben wir die 1907 abgetrennten, nach hinten verlaufenden Profile wieder rekonstruiert und mit Gehäusedeckeln versehen, um eine gute Klangreflektion zu erhalten. Die Gehäusefassung mit den Grüntönen von 1970 wurde so belassen und partiell ergänzt.

Spieltisch
Der neu gestaltete Spieltisch integriert sich als Nische in die Orgelfront. Die Spielmechanik wurde so gebaut, dass die Distanz zwischen den Tasten und den Tonventilen so kurz wie möglich ist, so erhält der Organist einen engen Kontakt zum Instrument. Die feinen Abstrakten, Wellen und Winkel der Mechanik sind nach bewährter Tradition ganz aus Holz gebaut. Die Holzteile sind leicht und stabil, so dass der Spieler ein gutes Spielgefühl erhält.

Intonation
Eine Orgel ist eine Einzelanfertigung, individuell geplant und gebaut für einen bestimmten Raum. Natürlich musste die neue Werkanlage auch in die gegebene Gehäusegrösse integriert werden. Die neue Orgel besitzt 31 Register und einem Glockenspiel. Bei der Intonation wurde beachtet, dass die Register untereinander mischfähig sind. Dadurch sind zahlreiche weitere Klangnuancen möglich. Die Windladen mit den Pfeifen für das Hauptmanual stehen unmittelbar hinter den Prospektpfeifen. Das zweite Manualwerk befindet sich weiter hinten in einem Schwellkasten aus 4 cm dickem Holz. Dessen Front bilden vertikale Jalousien, die durch ein Pedal geöffnet oder geschlossen werden können um die Klangstärke zu verändern. Da viele Pfeifen aus der alten Orgel klanglich und qualitativ noch überzeugten, konnten diese Klangkörper nach einer Überarbeitung im neuen Instrument wieder verwendet werden. So stammen etwa 37 % der Pfeifen aus der vorherigen Orgel. Die Intonation der bestehenden Pfeifen konnten wir dem neuen Klangmaterial anpassen.

Glockenspiel
Eine Besonderheit ist das neue Glockenspiel. 39 Schalenglocken aus Bronce sind direkt hinter den Prospektpfeifen aneinandergereiht und aufgehängt. Die Glocken können dynamisch von der Klaviatur angespielt werden können. Da Glockenspiele in dieser Form in der Orgel eher eine Seltenheit sind, musste eigens eine spezielle Mechanik mit Auslösung und Dämpfer für die Glocken, ähnlich wie bei einem Klavier entwickelt werden.

Disposition
Mit der neuen Registerdisposition kann ein sehr grosser Teil der Orgelliteratur interpretiert werden. Vor allem barocke, aber auch romantische Werke können überzeugend dargestellt werden. Die neue Orgel ist einerseits ein Soloinstrument, andererseits bietet sie ideale Begleitmöglichkeiten. Die Chororgel ergänzt die neue Orgel bestens; sie eignet sich gut für alte Musik. Die Register werden über die Züge links und rechts der Klaviaturen mechanisch bedient. Für Vorregistrierungen können die Registerzüge auch mit Elektromagneten über den elektronischen Setzer betätigt werden.

Das neu Werk wurde am 22. und 23. April festlich eingeweiht. Wir freuen uns, wenn nach 223 Jahren Orgelgeschichte, die Tradition der Orgelkultur in der Kirche Wohlen weitergeht. Möge die Orgelmusik auch in Zukunft die Besucher der schönen Kirche bereichern!

 

 

 

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